Tränen

 

 

Welche Tränen hast du heute schon geweint? Was fließt aus dir heraus und vor allen Dingen, wo kommt es her?

  

Weinst du gerne oder schämst du dich deiner Tränen?

 

Die Tränen sind die Flüssigkeit der unterdrückten Emotionen in dir. Sie suchen sich einen Weg in dein Bewusstsein. Sie zeigen dir die Wahrheit wo dein Schmerz sitzt. Es ist dir peinlich, die Feuchtigkeit zu zeigen. Deine Verletzlichkeit wird dadurch sichtbar. Du fühlst dich ausgeliefert und schwach. Tränen sollen getrocknet werden, selbst bei einem Kleinkind wird schon versucht, das Weinen abzustellen.

 

 

Weinen passt nicht in eure Welt, gleich in welchem Lebensalter ihr euch befindet. Mit zunehmenden Jahren findet ihr es sogar immer peinlicher, schwächlicher, ja es ist ein Tabu.

 

 

 

Nur wenn ihr ganz alleine seid, gesteht ihr euch ein paar Tränen zu. Selbst in dieser Stille versucht ihr immer noch stark zu sein und stellt die Tränen ab. Ihr perfektioniert diese Funktion bis zum letztendlichen Versiegen. Darauf seid ihr dann auch noch stolz.

 

 

Kehre um, besinne dich zurück. Wie oft hättest du gerne geweint, gleich ob es aus Freude, aus Kummer, aus Sorgen, aus Leid, aus Angst oder aus Schreck heraus geschieht?

 

 

Lasse deine Tränen zu. Sie spülen die Last deiner Seele, deiner Aufgaben heraus. Sie verschaffen sich Raum, sie befreien dich, sie geben dir deine kindliche Leichtigkeit wieder. Sie sind dein natürliches Ventil für deine Stauungen jeder Art. Sie gehören zu dir wie dein Bedürfnis nach Nahrung und Liebe. Sie sind deine Liebe, auch wenn du sie verkennst und nicht haben willst. Sie geben dir deine Liebe, sie lassen Liebe fließen. Öffne alle Schleusen in dir und weine nicht mehr heimlich. Spüre die Heilung jeder einzelnen Träne, und noch einmal, verachte sie nichtlänger. Nimm sie als Teil von dir an.

 

 

Deine Tränen liebkosen dein Gesicht als äußeres, sichtbares Zeichen. Gib den Widerstand in dir auf.